Sonntag, 24. November 2013
Lets talk about..
Manchmal muss man einfach irgendwo neu anfangen. Am Anfang ist man alleine, man sucht Unterstützung, versucht sich an jedem Strohhalm festzhalten und alle Chancen, die offen stehen, zu ergreifen. Und es gibt eine Gruppe an Menschen, die vom ersten Tag hier für mich da waren. Die mich nie im Stich gelassen haben. Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich die absolut beste und tollste Gastfamilie der ganzen Welt habe? Nein? Dann muss ich das jetzt tun, denn es bleibt nicht mehr viel Zeit es zu sagen. Bald muss ich gehen, und meine zweite Familie zurücklassen. Ich möchte lieber nicht daran denken. Ich fühle mich hier perfekt aufgehoben. Es ist wunderschön zu wissen, dass sich jemand freut wenn man nach Hause kommt und wirklich wissen will, wie dein Tag war. Dass sich jemand Sorgen um dich macht, auch wenn er dich vielleicht gerade mal ein paar Wochen kennt. Dass jemand die Verantwortung für dich übernimmt und versucht, dich glücklich machen. Dass dir jemand viel Vertrauen entgegenbringt, aber auch von dir erwartet, dass du dieses Vertrauen nicht missbrauchst, sondern klug gebrauchst. Dass jemand immer hinter dir steht, auch wenn sich der Wind in dieses Moment gegen dich dreht. Dass man geliebt wird, wie die eigene Tochter. Dass man einfach sein kann, wer man wirklich ist. Und dafür akzeptiert und gemocht wird. Dass man von den kleinen Monstern mit einem „Luuuucie“ begrüßt wird, sobald man die Tür aufmacht. Dass man mit seinen Gasteltern Insiderwitze, Lieblingsserien und Lästerthemen hat, über die man sich stundenlang auslassen könnte. Dass man mit einem dankbaren und erschöpften Lächeln angesehen wird, wenn man die Wäsche aufgehängt hat. Dass hier die kleinen Dinge zählen, hier verblassen die Probleme der großen Welt und es zählen die, für viele bedeutungslosen, winzigen Dinge. Aufmerksamkeiten und Gesten die dich wie etwas Besonderes fühlen lassen, obwohl sie vielleicht in Deutschland für dich alltäglich werden. Hier bin ich Ich, und so möchte ich sein! Ich dachte wirklich nicht, dass ich mich hier so wohl fühle würde. Zwischen meinen Gasteltern und mir stimmt einfach die Chemie. Meine Gastmum ist Mama, beste Freundin und Mitbewohnerin in einem, mit ihr kann ich über alles reden und sie steht in jeder Situation hinter mir und würde mich immer verteidigen. Ich kann wirklich fühlen, dass ich hier willkommen bin! Mir ist erst in den letzten Wochen aufgefallen, wie selbstverständlich und gleichzeitig wunderbar es in meiner Familie ist. Ich habe eine zweite Familie am anderen Ende der Welt geschenkt bekommen und bin dafür unendlich dankbar. Auf einmal habe ich eine zweite Mutter, mit der ich über ätzende Mitschüler lästern kann. Und einen zweiten Dad, der beim Erwähnen eines Jungennamens am Esstisch die Stirn runzelt. Manchmal passt die Chemie oder das Verständnis zwischen Gastfamilie und Gastschüler einfach nicht - Bei mir ist es nahezu perfekt! Ich kann kaum ausdrücken, was ich gerade fühle, weil es pures Glück ist. Ich hatte wirklich Glück in diese Familie zu kommen. Auch die Verbindung zwischen mir und meinen Gastbrüdern wird jeden Tag enger, ich werde immer mehr zur großen Schwester, die sie respektieren, mit der sie aber auch viel Spaß und Quatsch machen können. Ich bin endlich ein Teil der Familie, ich bin endlich angekommen. Das bin ich eigentlich schon seit dem ersten Tag, aber erst jetzt wird es mir bewusst. Ich werde ihnen niemals dafür danken können, dass sie mein Austauschjahr nahezu perfekt machen. Es gibt keine Möglichkeit wirklich auszudrücken, was ich im Moment fühle. Vielleicht ist das Wort Geborgenheit. Ein Gefühl, dass ich bis jetzt nur zu Hause hatte, in meinem richtigen zu Hause, in Deutschland. Dieses Gefühl hat sich in den letzten Wochen schleichend und warm in mir breit gemacht und scheint meinem Aufenthalt hier sozusagen das Sahnehäubchen aufsetzen zu wollen. Und mir ist das recht, denn es ist berechtigt. Schon am Mittag freue ich mich, endlich am Nachmittag in den Bus zu steigen und nach Hause zu fahren, die Tür aufzuschließen und bei meiner Familie zu sein. Das ist Heimat. Hier will ich sein!
Samstag, 23. November 2013
Bootcamp & Bathing
Hello my beautiful people ♥
Hoffentlich ist alles gut in Deutschland! Hier ist es im Moment so wunderbar und toll. Gestern bin ich von meinem einwöchigen Trip in den Tongariro Nationalpark in die Zivilisation zurückgekehrt. Der Anlass des Trips war das OPC Camp, an dem ich mit ein paar anderen Internationals teilgenommen habe. Ich kann mit großem Abstand und absolut reinem Gewissen sagen, dass diese Woche die Beste war, die ich in Neuseeland bis jetzt erlebt habe. Platz zwei belegt mein Fußballtournament und den stolzen dritten Platz teilen sich die letzte Schulwoche und die erste Ferienwoche. Faires Voting, würde ich sagen. Im Moment könnte ich wirklich die ganze Welt umarmen und durchgehend strahlen. Die Woche war einfach Erholung pur, nicht körperlich, denn da wurden wir wirklich gefordert. Sondern seelisch. Man kommt raus aus dem Trott, der sich schon langsam eingebürgert hat und da man abgeschnitten von jeglicher Außernwelt und Zivilisation ist, kriegt man auch nichts von anderen Problemen oder Streitigkeiten mit. Was in OPC wirklich gezählt hat, war das Hier und Jetzt, der Augenblick, das Team. Ich kann sagen, dass ich unglaublich viel gelernt habe. Nicht etwas Interlektuelles oder etwas, was man an einer Note auf einer Arbeit ablesen kann. Sondern vielmehr Werte, die einem dort vermittelt wurden. Ich bin letztendlich froh, teilgenommen zu haben. Anfangs war ich sehr sehr skeptisch, was OPC betraf. Am Sonntag als es losging, wollte ich garnicht so wirklich mit. Ich hatte wirklich miese Laune und wollte viel lieber zu Hause bleiben. Eine Woche pure körperliche Anstrengung, weit ab von der Zivilisation. Das klingt nicht gerade gut für einen Teenager, oder? Klingt eher wie Bootcamp!
Gerade sitze ich mit einer Tasse Tee und ein paar Gummibärchen in meinem Bett und lasse das Wochenende schön entspannt ausklingen. Eigentlich wollte ich gestern und heute raus, und hinunter ins Hutt laufen. Aber ich konnte mich einfach körperlich und geistig nicht aufraffen, und somit sitze ich nun hier. Ich habe das Gefühl erst wieder Kraft tanken zu müssen und dafür sind die letzten zwei Tage wirklich gut gewesen.
Sonntagmittag sind wir also losgedüst, Richtung Norden, Richtung Tongariro Nationalpark. Die Fahrten zu solchen Sachen sind meistens immer ziemlich lustig, was auch diese war. Leider waren wir alle ziemlich müde und haben die ersten Stunden erstmal damit verbracht, den versäumten Schlaf von der Nacht zuvor aufzuholen. Wie es Austauschschüler nunmal machen, wurde auf der Fahrt auch unglaublich viel gegessen, jeder hatte schon sein Packet an Süßigkeiten dabei und der erste Stop auf der Fahrt hieß: Mc! Wer hätte es gedacht! Es ist einfach wunderschön im Van herumzufahren und die wunderschöne Landschaft an sich vorbeiziehen zu sehen, es hat mich richtig glücklich gemacht. Vorallem weil es auch ein sonniger und warmer Tag war. Die ganze Woche an sich war vom Wetter nahezu perfekt. Es hat kein einziges Mal geregnet und war fast immer sonnig. Hier hat mich der neuseeländische Wettergott nicht enttäuscht, was er schon das ein oder andere Mal getan hat. Danke dafür und Amen! Wir sind gegen späten Nachmittag am OPC Camp angekommen und die Lanschaft war wirklich atemberaubend. Man konnte auf die beiden Berge Mount Tongariro und Mount Ruhapeu schauen und hatte neben steinigem Gelände auch noch Bushwald direkt nebenan. Aus einem der zahlreichen Nebenvulkane des Mount Tongariro konnte man sogar große Rauchschwaden aufsteigen sehen, es sah wahnsinnig toll aus.
Ich habe leider die Fotos noch nicht, sonst würde ich euch jetzt die Gesamtimpression zeigen. So habe ich nur zwei verwackelte Bilder, die nicht mal annähernd die Schönheit der Landschaft ausdrücken können. Mal so ganz am Rande, sollte vielleicht wichtig für dieses Post sein, will ich erklären, was OPC eigentlich ist. Es nennt sich ausgeschrieben Outdoor Pursuit Camp und ist ein Camp für Schülergruppen die während der Schulzeit dort hinfahren, um etwas zu lernen. Für michh gab es in jeden Fall sehr viel zu lernen, sei es über neue Pflanzenarten oder Tiere, wobei eigentlich die schulische Ausbildung nicht so wichtig war. Wichtig war Zusammenarbeit im Team, Austesten der eigenen physischen Grenzen, Entwickeln neuer Ideen und natürlich deren Umsetzung und um hauptsächlich einfach nur Spaß. Spaß draußen, nicht im Haus oder vor dem PC, nein! Sondern richtig. Uns wurden gleich zu Anfangs die Handys und Ipods weggenommen. Für uns 1. Welt Kindern natürlich ein kleiner Weltuntergang, haha. Es hat sich aber zumindest für mich herausgestellt, dass es unglaublich entspannt ist, so ganz ohne Handy. Good on me, für diese Erkenntnis!
Und natürlich durften auch die schönen Selfies aus dem Van nicht fehlen. Liebe Jungs, falls ihr einem Mädchen jemals ein halbwegs qualitatives Handy mit Frontcamera in die Hand drücken solltet, macht euch darauf gefasst, wenig später an die 100 Selfies darauf vorzufinden! Nur so als Tipp!
Sonnatagabend sind wir dann wirklich nurnoch totmüde und natürlich auch gespannt ins Bett gefallen. Wir mussten in Schlafsäcken schlafen, was für mich an sich kein Problem ist. Das Problem für mich ist, mit dem Schlafsack umzugehen. Am liebsten würde ich ihn als Decke benutzen, aber es könnte eventuell in der Nacht zu kalt werden. Wenn ich in dann aber normal gebrauche und es nach zehn Minuten endlich geschafft habe, hineinzukriechen und ihn auch wieder zuzumachen, fällt mir ein, dass es viel zu warm ist. Wirklich, first world problems. Lotta und ich haben uns bereiterklärt jeden Morgen die Lunchportionen für unsere Gruppe vorzubereiten. Dafür sind wir, ganz Vorbild, eine halbe Stunde früher aufgestanden. Dafür erwartet man natürlich Hurra-Rufe, Handküsse und Tränen der Dankbarkeit.. naja, jedenfalls erwartet man dann wenigstens ein verschlafenes "Danke fürs Lunchpacket". Leider komnt anscheinend dieses Wort in dem Vokabular mancher nicht vor. Und noch dazu sind sie auch noch wählerisch. "Bitte keine Karotten mehr und auch keine Butter, ich mag keine Butter." Wie kann man keine Butter mögen? Zwei Minuten später fiehl ihm dann noch etwas ein "Achja und bitte kein Schinken, Schinken mag ich auch nicht!" - Gut, keine Butter, Karotten und Schinken für dich, morgen! Das Problem war, dass er anscheinend an Alzheimer leidet und am nächsten Tag schon vergessen hatte, dass er eigentlich keinen Schinken mag. Und dann wurde geschmollt, weil es kein Schinkensandwich mehr gab. Head meets Tischplatte! Mir wäre es am liebsten gewesen, ihm einfach ein blankes Toast und eine Schüssel Wasser zu servieren. Friss, oder stirb!
Montags stand als, zumindest für mich, größte Herausforderung der Woche ABSEILEN an. Wir sind mit dem Van ein paar Minuten gefahren und dann über ein Geröllfeld zu einer Art Cannyon gewandert. Dort haben die Instructors alles aufgebaut, während wir uns wirklich fast in die Hose gemacht haben. Die Wand war ca. an die 50 Meter hoch und wir mussten uns von Oben nach Unten am Felsen abseilen. Und ganz nach dem Motto "Dont be shy! - We are not shy!!!!" ging es dann abwärts. Ich war eine der letzten und habe fast jeden über den Abgrund verschwinden sehen. Mir wurde wirklich immer mulmiger und ich hätte fast das Handtuch geworfen. Letztenendes habe ich es dann, auch wenn es ein paar kleine bzw große Schwierigkeiten gab (Ich dachte, ich falle jeden Moment und sterbe!), doch gemacht. Und bin unglaublich stolz auf mich selbst und weiß jetzt auch, wovor ich am meisten Angst habe. Nämlich zu sterben, hahaha!
Montag war wirklich klasse, wenn auch angsteinflößend. Ich bin normalerweise wirklich sehr mutig, aber das hat selbst einem Krieger wie mir Sorgen bereitet.
Dienstags ging es, mehr oder weniger leider, gleich mit dem nächsten psychischen Kraftakt (zumindest für mich!) weiter. Wir sind in den Hochseilgarten. Für mich ist sowas an sich kein Problem, aber ich hatte am Tag vorher meine erste Nahtoderfahrung gemischt mit einer kräftigen Portion Höhenangst, sodass ich nicht gerade erpicht darauf war, erneut in die Luft zu gehen. (Wortspiel, haha!) Zur meiner Verteidigung muss ich auch sagen, dass es ein wirklich hoher Klettergarten war und man sich nicht selbst sichern konnte. Gesichert wurde ich von den anderen, die unten am Boden gearbeitet haben und mich sozusagen nur mit ihrem eigenen Gewicht und ihrer eigenen Intelligenz am Leben gehalten haben. Ich höre mich ja fast wie eine kleine Drama Queen an, aber mich hat es wirklich Überwindung gekostet, mich dort hoch zu trauen. Am Ende bin ich dann aber doch über meinen Schatten gesprungen und habe es einfach gemacht. Mit viel Drama und Geschrei habe ich mich auf ein Hochseil, ca. 12 Meter über dem Boden, getraut und es fast bis zum Ende durchgehalten. In der Mitte bin ich fast in meinen sicheren Tod gestürzt, aber auch nur fast, sonst würde ich jetzt nicht hier sitzen.
Der Höhepunkt des ganzen Tages war aber nicht mein höchst akrobatischer Tanz auf dem Drahtseil, sondern der Sprung aus 20 Meter Höhe in meinen fast sicheren Tod. Gegen späten Nachmittag dachte ich, ich kann es gemütlich angehen lassen, da sowieso nichts mehr passieren wird. Falsch gedacht! Nach dem Sprichwort, das Beste kommt zum Schluss, haben die Instructors die Bombe platzen lassen, wuhu. Wir sollten erst eine Kletterwand auf eine Art Baumhaus hochklettern und dann nur an einem winzigen Seil befestigt, 20 Meter in die Tiefe springen. Sobald man vom Seil aufgefangen wird, schaukelt man sozusagen in der Luft hin und her. Ihr könnt euch vorstellen, wie ich darauf reagiert habe. Jap, ich war nicht unbedingt diejenige, die den Arm voller Freude in die Luft geworfen hat, das kann ich euch sagen. Letztenendes habe ich es aber doch gemacht. Zu dieser Chance kam ich wahrscheinlich nur einmal in meinem ganzen Leben und das wollte ich mir nicht nehmen lassen. Als ich jedoch oben stand und in die Tiefe geblickt habe, dachte ich dann doch, dass das eventuell keine so gute Idee gewesen war. Man muss ein Glück ja nicht gleich ausreizen. Gestern noch vom Fall in die Klippentiefe eines Steinmeers verschohnt geblieben, könnte es heute schon vorbei sein mit meinem glücklichen Teenagerleben. Aber zum Glück habe ich dann doch ein wenig Mut in den Tiefen meiner Eingeweide gefunden und bin gesprungen. Die ersten Sekunden dachte ich, ich würde mich im freien Fall befinden und wirklich sterben. Dann wurde ich ein wenig schmerzhaft vom Seil aufgefangen und ein bisschen in der Luft herumgeschleudert. Ich kann euch sagen, ich war die glücklichste Blondine der Welt.
Sorry, dass es jetzt ein Rückblick der ganzen Woche mit Aufzählen der Tage „Am Dienstag.. Mittwochs..“ wird, aber die Woche war wirklich nur von Tag zu Tag gedacht. Jeder Tag war eine neue Herausforderung und jeder Tag hat für sich einzeln gezählt, da man sich jeden Tag neu erfinden und durch andere Leistungen definieren konnte. Um ehrlich zu sein, mittwochs war mit Abstand der schlimmste und gleichzeitig beste Tag, den ich bei OPC hatte. Wir mussten unglaublich früh aufstehen, denn es war eine Tagestour und natürlich somit auch den ganzen Tag unterwegs. Das Ziel das Tages war, auf den Vulkan Tongariro zu steigen und von dort oben die Aussicht zu genießen, genau wie Frodo in Herr der Ringe, bevor er den Ring in die Vulkanlava wirft. Der Berg war nämlich derselbe Berg, den man bei Herr der Ringe als Schicksalsberg jede zweite Minute im Bild sieht. Ich kann euch sagen, mittlerweile kann ich Frodo voll verstehen, dass er nach dieser Reise ausgelaugt war. Ich waqr komplett fertig. Und Frodi hatte noch nicht einmal Schuhe an, er war barfuß. Wobei ich mir teilweise auch gewünscht hätte, keine Schuhe zu tragen, denn von den OPC Boots habe ich unglaubliche Blasen bekommen. Eine meiner Blasen war genau so groß wie meine Ferse.. und damit bin ich den Berg hochgekrabbelt. Rückblickend habe ich keine Ahnung, wie ich es geschafft habe. War warscheinlich reine Willenskraft, da ich wusste, dass es oben Essen gibt. Im Enddefekt haben wir es nicht einmal bis ganz nach oben geschafft, weil wir Mädels alle zehn Minuten Pause gemacht haben und unter Jammern gefehlt haben, umzukehren. Ja, wir sind Pussys! Trotzdem war der Ausblick von einem der Plateus wirklich wunderschön. Man hatte das Gefühl über die Savanne von Afrika zu blicken, denn man konnte den Bush am Fuß des Hügels sehen. Ich habe nicht einmal gemerkt, dass wir auf einem Vulkan laufen, der jeden Moment ausbrechen könnte. Als mir das dann aber auf dem Rückweg bewusst wurde, bin ich gleich noch ein bisschen schneller den Berg heruntergehoppelt!
Ich habe leider noch keine Bilder davon, aber sobald ich sie habe, lade ich sie natürlich hoch :)
Am Donnerstag stand unser Overnight Trip an. Am Morgen haben wir alles für einen Übernachtungscampingtrip irgendwo in der Wildnis zusammengepackt. Töpfe, Tassen und Pfannen. Klopapier, Wasser und Nudeln zum Frühstück. Neben den essentiellen Dingen wurden wir in die Kunst des "Doughens" eingewiesen. Die Kunst besteht darin, sollte man einmal ein etwas größeres Geschäft erledigen müssen, eine Schaufel namens "Dough" zur Hand zu nehmen, und sein Geschäft möglichst tief zu vergraben. Richtig eklig sage ich euch. Richtig eklig!
Im Enddefekt sind wir nicht wirklich weit vom eigetlichen Camp weggekommen. Vielleicht gerade mal 3 km Luftlinie. Das hatten wir wieder hauptsächlich uns quengelnden Mädels und den zu uns gehörigen Blasen zu verdanken. Aber man muss sich ja immer nach dem schwächsten Glied der Gruppe richten. Die Übernachtung war wirklich ziemlich gechillt, ich habe es mir schlimmer vorgestellt. Anfangs dachte ich, wir schlafen in wirklichen Zelten. Später wurde ich aber eines besseren belehrt, als ich eine Plane zwischen ein paar Bäume spannen musste. So geht richtiges Camping! Es war eine wunderschöne Erfahrung, die mich wirklich gezeichnet hat. Nicht nur seelisch natürlich, sondern auc körperlich. Lotta und ich hatten beschlossen für einen kleine Walk durch ein abgeholztes Stück Bush zu stapfen und haben uns dabei schön die Beine zerschnitten. There I was, bleeding in the middle of nowhere. Aber es hat wahnsinnig Spaß gemacht!
Und das war eigentlich schon OPC! Es war eine wahnisnnig intensive Erfahrung, mit vielen Höhen und Tiefen, aber immer da, um etwas zu lernen. Ich habe das Gefühl unglaublich viel gelernt zu haben und diese Erfahrung möchte ich wirklich nicht missen. Ich bin froh mitgefahren zu sein. Danach war ich zwar wirklich erstmal zwei Tage im Bett gelegen und musste meinen Körper regenerieren. Aber das war es wert!
Was ich die ganze Zeit sonst so mache, das fragt ihr mich immer?! Naja, neben dem Schreiben meiner zweiten Doktorarbeit und der Ausbildung zum Superhelden, habe ich ein ziemlich gechilltes Leben. Wir haben im Moment International Programm, da die Schule für uns ja schon vorbei ist und wir keine Exams sitzen. Es ist nicht unbedingt Pflicht daran teil zu nehmen, aber es sind ziemlich interessante Sachen dabei, deswegen gehe ich da gerne hin. Diese Woche haben wir zum Beispiel den Haka gelernt. Es war ziemlich beeindruckend, denn ich habe ihn bis jetzt nur im Fernseher gesehen und noch nie live erlebt. Aber wenn man ihn selbst ausführt, wird dir wirklich bewusst wie intensiv und emotional der Tanz eigentlich ist. Ich war total überwältigt, ohne es zu wollen fließt auf einmal unglaublich viel Adrenalin durch die Adern und man ich fast schon bereit, sich mit irgendjemand zu kloppen. Grußelig!
Was ich gemacht habe, wenn ich nicht zum Internationalprogramm gegangen bin? Naja, da war ich am Strand, habe mir die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und an meiner Bräune gearbeitet. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass es in Deutschland schneit, während ich im Meer herumtauche und mich mit Sonnencreme einschmiere. Ich bin unglaublich froh, hier zu sein und ein bisschen neuseeländischen Sommer erleben zu können. Heute war ich auch wieder mit Lotta, Jules, Grace, Mitch und Jade am Strand in Eastbourne, einem kleinen Ort im Westen vom Wellington Harbour. Im Sommer ist das der ultimative Treffpunkt, an dem jeder zu finden ist. Sollte man also jemanden suchen, merke, immer nach Eastbourne gehen. Als ich heute ins Wasser bin, habe ich auch zum ersten Mal in meinem ganzen Leben Seesterne gesehen und angefasst, es war unglaublich faszinierend. Hier gibt es wirklich Tausende! Ich hatte teilweise Angst sie zu zertreten oder zu zerquetschen, als ich von der Warft gesprungen bin. Die Warft ist ein langer Steg in Eastbourne und es ist erlaubt dort hinunterzuspringen. Natürlich habe ich es, todesmutig wie ich bin, gemacht (ach ich held!) und bin nicht gestorben. Thumbs up for me!
Diese Woche waren wir auch noch in Wellington an der Oriental Bay. Es war so warm, dass man es kaum aushalten konnte. Leider hatten wir aber keine Schwimmsachen dabei und sahsen nur so am Strand. Es war wirklich so heiß und die Sonne hat auf unsere armen Köpfchen geknallt. Da hatte Grace die tolle Idee mit Klamotten schwimmen zu gehen. Und da Kiwis überhaupt nicht zimperlich sind, ist sie sofort losgestürmt. Gesagt, getan. Ab ins Wasser. In voller Montur. Tolles Gefühl, kann ich euch sagen!
Looooove ♥
Hoffentlich ist alles gut in Deutschland! Hier ist es im Moment so wunderbar und toll. Gestern bin ich von meinem einwöchigen Trip in den Tongariro Nationalpark in die Zivilisation zurückgekehrt. Der Anlass des Trips war das OPC Camp, an dem ich mit ein paar anderen Internationals teilgenommen habe. Ich kann mit großem Abstand und absolut reinem Gewissen sagen, dass diese Woche die Beste war, die ich in Neuseeland bis jetzt erlebt habe. Platz zwei belegt mein Fußballtournament und den stolzen dritten Platz teilen sich die letzte Schulwoche und die erste Ferienwoche. Faires Voting, würde ich sagen. Im Moment könnte ich wirklich die ganze Welt umarmen und durchgehend strahlen. Die Woche war einfach Erholung pur, nicht körperlich, denn da wurden wir wirklich gefordert. Sondern seelisch. Man kommt raus aus dem Trott, der sich schon langsam eingebürgert hat und da man abgeschnitten von jeglicher Außernwelt und Zivilisation ist, kriegt man auch nichts von anderen Problemen oder Streitigkeiten mit. Was in OPC wirklich gezählt hat, war das Hier und Jetzt, der Augenblick, das Team. Ich kann sagen, dass ich unglaublich viel gelernt habe. Nicht etwas Interlektuelles oder etwas, was man an einer Note auf einer Arbeit ablesen kann. Sondern vielmehr Werte, die einem dort vermittelt wurden. Ich bin letztendlich froh, teilgenommen zu haben. Anfangs war ich sehr sehr skeptisch, was OPC betraf. Am Sonntag als es losging, wollte ich garnicht so wirklich mit. Ich hatte wirklich miese Laune und wollte viel lieber zu Hause bleiben. Eine Woche pure körperliche Anstrengung, weit ab von der Zivilisation. Das klingt nicht gerade gut für einen Teenager, oder? Klingt eher wie Bootcamp!
Gerade sitze ich mit einer Tasse Tee und ein paar Gummibärchen in meinem Bett und lasse das Wochenende schön entspannt ausklingen. Eigentlich wollte ich gestern und heute raus, und hinunter ins Hutt laufen. Aber ich konnte mich einfach körperlich und geistig nicht aufraffen, und somit sitze ich nun hier. Ich habe das Gefühl erst wieder Kraft tanken zu müssen und dafür sind die letzten zwei Tage wirklich gut gewesen.
Sonntagmittag sind wir also losgedüst, Richtung Norden, Richtung Tongariro Nationalpark. Die Fahrten zu solchen Sachen sind meistens immer ziemlich lustig, was auch diese war. Leider waren wir alle ziemlich müde und haben die ersten Stunden erstmal damit verbracht, den versäumten Schlaf von der Nacht zuvor aufzuholen. Wie es Austauschschüler nunmal machen, wurde auf der Fahrt auch unglaublich viel gegessen, jeder hatte schon sein Packet an Süßigkeiten dabei und der erste Stop auf der Fahrt hieß: Mc! Wer hätte es gedacht! Es ist einfach wunderschön im Van herumzufahren und die wunderschöne Landschaft an sich vorbeiziehen zu sehen, es hat mich richtig glücklich gemacht. Vorallem weil es auch ein sonniger und warmer Tag war. Die ganze Woche an sich war vom Wetter nahezu perfekt. Es hat kein einziges Mal geregnet und war fast immer sonnig. Hier hat mich der neuseeländische Wettergott nicht enttäuscht, was er schon das ein oder andere Mal getan hat. Danke dafür und Amen! Wir sind gegen späten Nachmittag am OPC Camp angekommen und die Lanschaft war wirklich atemberaubend. Man konnte auf die beiden Berge Mount Tongariro und Mount Ruhapeu schauen und hatte neben steinigem Gelände auch noch Bushwald direkt nebenan. Aus einem der zahlreichen Nebenvulkane des Mount Tongariro konnte man sogar große Rauchschwaden aufsteigen sehen, es sah wahnsinnig toll aus.
Ich habe leider die Fotos noch nicht, sonst würde ich euch jetzt die Gesamtimpression zeigen. So habe ich nur zwei verwackelte Bilder, die nicht mal annähernd die Schönheit der Landschaft ausdrücken können. Mal so ganz am Rande, sollte vielleicht wichtig für dieses Post sein, will ich erklären, was OPC eigentlich ist. Es nennt sich ausgeschrieben Outdoor Pursuit Camp und ist ein Camp für Schülergruppen die während der Schulzeit dort hinfahren, um etwas zu lernen. Für michh gab es in jeden Fall sehr viel zu lernen, sei es über neue Pflanzenarten oder Tiere, wobei eigentlich die schulische Ausbildung nicht so wichtig war. Wichtig war Zusammenarbeit im Team, Austesten der eigenen physischen Grenzen, Entwickeln neuer Ideen und natürlich deren Umsetzung und um hauptsächlich einfach nur Spaß. Spaß draußen, nicht im Haus oder vor dem PC, nein! Sondern richtig. Uns wurden gleich zu Anfangs die Handys und Ipods weggenommen. Für uns 1. Welt Kindern natürlich ein kleiner Weltuntergang, haha. Es hat sich aber zumindest für mich herausgestellt, dass es unglaublich entspannt ist, so ganz ohne Handy. Good on me, für diese Erkenntnis!
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| Mt Tongariro |
| Tongariro and Ruapeu |
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| Ich wäre fast gestorben als ich dieses klasse Bild gesehen habe! |
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| die crew - Eddys Army |
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| beschde! |
| hahahahahaha |
Sonnatagabend sind wir dann wirklich nurnoch totmüde und natürlich auch gespannt ins Bett gefallen. Wir mussten in Schlafsäcken schlafen, was für mich an sich kein Problem ist. Das Problem für mich ist, mit dem Schlafsack umzugehen. Am liebsten würde ich ihn als Decke benutzen, aber es könnte eventuell in der Nacht zu kalt werden. Wenn ich in dann aber normal gebrauche und es nach zehn Minuten endlich geschafft habe, hineinzukriechen und ihn auch wieder zuzumachen, fällt mir ein, dass es viel zu warm ist. Wirklich, first world problems. Lotta und ich haben uns bereiterklärt jeden Morgen die Lunchportionen für unsere Gruppe vorzubereiten. Dafür sind wir, ganz Vorbild, eine halbe Stunde früher aufgestanden. Dafür erwartet man natürlich Hurra-Rufe, Handküsse und Tränen der Dankbarkeit.. naja, jedenfalls erwartet man dann wenigstens ein verschlafenes "Danke fürs Lunchpacket". Leider komnt anscheinend dieses Wort in dem Vokabular mancher nicht vor. Und noch dazu sind sie auch noch wählerisch. "Bitte keine Karotten mehr und auch keine Butter, ich mag keine Butter." Wie kann man keine Butter mögen? Zwei Minuten später fiehl ihm dann noch etwas ein "Achja und bitte kein Schinken, Schinken mag ich auch nicht!" - Gut, keine Butter, Karotten und Schinken für dich, morgen! Das Problem war, dass er anscheinend an Alzheimer leidet und am nächsten Tag schon vergessen hatte, dass er eigentlich keinen Schinken mag. Und dann wurde geschmollt, weil es kein Schinkensandwich mehr gab. Head meets Tischplatte! Mir wäre es am liebsten gewesen, ihm einfach ein blankes Toast und eine Schüssel Wasser zu servieren. Friss, oder stirb!
Montags stand als, zumindest für mich, größte Herausforderung der Woche ABSEILEN an. Wir sind mit dem Van ein paar Minuten gefahren und dann über ein Geröllfeld zu einer Art Cannyon gewandert. Dort haben die Instructors alles aufgebaut, während wir uns wirklich fast in die Hose gemacht haben. Die Wand war ca. an die 50 Meter hoch und wir mussten uns von Oben nach Unten am Felsen abseilen. Und ganz nach dem Motto "Dont be shy! - We are not shy!!!!" ging es dann abwärts. Ich war eine der letzten und habe fast jeden über den Abgrund verschwinden sehen. Mir wurde wirklich immer mulmiger und ich hätte fast das Handtuch geworfen. Letztenendes habe ich es dann, auch wenn es ein paar kleine bzw große Schwierigkeiten gab (Ich dachte, ich falle jeden Moment und sterbe!), doch gemacht. Und bin unglaublich stolz auf mich selbst und weiß jetzt auch, wovor ich am meisten Angst habe. Nämlich zu sterben, hahaha!
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| hahaha, da war ich noch glücklich. |
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| Eddys Army |
Montag war wirklich klasse, wenn auch angsteinflößend. Ich bin normalerweise wirklich sehr mutig, aber das hat selbst einem Krieger wie mir Sorgen bereitet.
Dienstags ging es, mehr oder weniger leider, gleich mit dem nächsten psychischen Kraftakt (zumindest für mich!) weiter. Wir sind in den Hochseilgarten. Für mich ist sowas an sich kein Problem, aber ich hatte am Tag vorher meine erste Nahtoderfahrung gemischt mit einer kräftigen Portion Höhenangst, sodass ich nicht gerade erpicht darauf war, erneut in die Luft zu gehen. (Wortspiel, haha!) Zur meiner Verteidigung muss ich auch sagen, dass es ein wirklich hoher Klettergarten war und man sich nicht selbst sichern konnte. Gesichert wurde ich von den anderen, die unten am Boden gearbeitet haben und mich sozusagen nur mit ihrem eigenen Gewicht und ihrer eigenen Intelligenz am Leben gehalten haben. Ich höre mich ja fast wie eine kleine Drama Queen an, aber mich hat es wirklich Überwindung gekostet, mich dort hoch zu trauen. Am Ende bin ich dann aber doch über meinen Schatten gesprungen und habe es einfach gemacht. Mit viel Drama und Geschrei habe ich mich auf ein Hochseil, ca. 12 Meter über dem Boden, getraut und es fast bis zum Ende durchgehalten. In der Mitte bin ich fast in meinen sicheren Tod gestürzt, aber auch nur fast, sonst würde ich jetzt nicht hier sitzen.
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| Mr Edwards ♥ |
Der Höhepunkt des ganzen Tages war aber nicht mein höchst akrobatischer Tanz auf dem Drahtseil, sondern der Sprung aus 20 Meter Höhe in meinen fast sicheren Tod. Gegen späten Nachmittag dachte ich, ich kann es gemütlich angehen lassen, da sowieso nichts mehr passieren wird. Falsch gedacht! Nach dem Sprichwort, das Beste kommt zum Schluss, haben die Instructors die Bombe platzen lassen, wuhu. Wir sollten erst eine Kletterwand auf eine Art Baumhaus hochklettern und dann nur an einem winzigen Seil befestigt, 20 Meter in die Tiefe springen. Sobald man vom Seil aufgefangen wird, schaukelt man sozusagen in der Luft hin und her. Ihr könnt euch vorstellen, wie ich darauf reagiert habe. Jap, ich war nicht unbedingt diejenige, die den Arm voller Freude in die Luft geworfen hat, das kann ich euch sagen. Letztenendes habe ich es aber doch gemacht. Zu dieser Chance kam ich wahrscheinlich nur einmal in meinem ganzen Leben und das wollte ich mir nicht nehmen lassen. Als ich jedoch oben stand und in die Tiefe geblickt habe, dachte ich dann doch, dass das eventuell keine so gute Idee gewesen war. Man muss ein Glück ja nicht gleich ausreizen. Gestern noch vom Fall in die Klippentiefe eines Steinmeers verschohnt geblieben, könnte es heute schon vorbei sein mit meinem glücklichen Teenagerleben. Aber zum Glück habe ich dann doch ein wenig Mut in den Tiefen meiner Eingeweide gefunden und bin gesprungen. Die ersten Sekunden dachte ich, ich würde mich im freien Fall befinden und wirklich sterben. Dann wurde ich ein wenig schmerzhaft vom Seil aufgefangen und ein bisschen in der Luft herumgeschleudert. Ich kann euch sagen, ich war die glücklichste Blondine der Welt.
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| Die Crew nach dem Sprung |
Sorry, dass es jetzt ein Rückblick der ganzen Woche mit Aufzählen der Tage „Am Dienstag.. Mittwochs..“ wird, aber die Woche war wirklich nur von Tag zu Tag gedacht. Jeder Tag war eine neue Herausforderung und jeder Tag hat für sich einzeln gezählt, da man sich jeden Tag neu erfinden und durch andere Leistungen definieren konnte. Um ehrlich zu sein, mittwochs war mit Abstand der schlimmste und gleichzeitig beste Tag, den ich bei OPC hatte. Wir mussten unglaublich früh aufstehen, denn es war eine Tagestour und natürlich somit auch den ganzen Tag unterwegs. Das Ziel das Tages war, auf den Vulkan Tongariro zu steigen und von dort oben die Aussicht zu genießen, genau wie Frodo in Herr der Ringe, bevor er den Ring in die Vulkanlava wirft. Der Berg war nämlich derselbe Berg, den man bei Herr der Ringe als Schicksalsberg jede zweite Minute im Bild sieht. Ich kann euch sagen, mittlerweile kann ich Frodo voll verstehen, dass er nach dieser Reise ausgelaugt war. Ich waqr komplett fertig. Und Frodi hatte noch nicht einmal Schuhe an, er war barfuß. Wobei ich mir teilweise auch gewünscht hätte, keine Schuhe zu tragen, denn von den OPC Boots habe ich unglaubliche Blasen bekommen. Eine meiner Blasen war genau so groß wie meine Ferse.. und damit bin ich den Berg hochgekrabbelt. Rückblickend habe ich keine Ahnung, wie ich es geschafft habe. War warscheinlich reine Willenskraft, da ich wusste, dass es oben Essen gibt. Im Enddefekt haben wir es nicht einmal bis ganz nach oben geschafft, weil wir Mädels alle zehn Minuten Pause gemacht haben und unter Jammern gefehlt haben, umzukehren. Ja, wir sind Pussys! Trotzdem war der Ausblick von einem der Plateus wirklich wunderschön. Man hatte das Gefühl über die Savanne von Afrika zu blicken, denn man konnte den Bush am Fuß des Hügels sehen. Ich habe nicht einmal gemerkt, dass wir auf einem Vulkan laufen, der jeden Moment ausbrechen könnte. Als mir das dann aber auf dem Rückweg bewusst wurde, bin ich gleich noch ein bisschen schneller den Berg heruntergehoppelt!
Ich habe leider noch keine Bilder davon, aber sobald ich sie habe, lade ich sie natürlich hoch :)
Am Donnerstag stand unser Overnight Trip an. Am Morgen haben wir alles für einen Übernachtungscampingtrip irgendwo in der Wildnis zusammengepackt. Töpfe, Tassen und Pfannen. Klopapier, Wasser und Nudeln zum Frühstück. Neben den essentiellen Dingen wurden wir in die Kunst des "Doughens" eingewiesen. Die Kunst besteht darin, sollte man einmal ein etwas größeres Geschäft erledigen müssen, eine Schaufel namens "Dough" zur Hand zu nehmen, und sein Geschäft möglichst tief zu vergraben. Richtig eklig sage ich euch. Richtig eklig!
Im Enddefekt sind wir nicht wirklich weit vom eigetlichen Camp weggekommen. Vielleicht gerade mal 3 km Luftlinie. Das hatten wir wieder hauptsächlich uns quengelnden Mädels und den zu uns gehörigen Blasen zu verdanken. Aber man muss sich ja immer nach dem schwächsten Glied der Gruppe richten. Die Übernachtung war wirklich ziemlich gechillt, ich habe es mir schlimmer vorgestellt. Anfangs dachte ich, wir schlafen in wirklichen Zelten. Später wurde ich aber eines besseren belehrt, als ich eine Plane zwischen ein paar Bäume spannen musste. So geht richtiges Camping! Es war eine wunderschöne Erfahrung, die mich wirklich gezeichnet hat. Nicht nur seelisch natürlich, sondern auc körperlich. Lotta und ich hatten beschlossen für einen kleine Walk durch ein abgeholztes Stück Bush zu stapfen und haben uns dabei schön die Beine zerschnitten. There I was, bleeding in the middle of nowhere. Aber es hat wahnsinnig Spaß gemacht!
Und das war eigentlich schon OPC! Es war eine wahnisnnig intensive Erfahrung, mit vielen Höhen und Tiefen, aber immer da, um etwas zu lernen. Ich habe das Gefühl unglaublich viel gelernt zu haben und diese Erfahrung möchte ich wirklich nicht missen. Ich bin froh mitgefahren zu sein. Danach war ich zwar wirklich erstmal zwei Tage im Bett gelegen und musste meinen Körper regenerieren. Aber das war es wert!
Was ich die ganze Zeit sonst so mache, das fragt ihr mich immer?! Naja, neben dem Schreiben meiner zweiten Doktorarbeit und der Ausbildung zum Superhelden, habe ich ein ziemlich gechilltes Leben. Wir haben im Moment International Programm, da die Schule für uns ja schon vorbei ist und wir keine Exams sitzen. Es ist nicht unbedingt Pflicht daran teil zu nehmen, aber es sind ziemlich interessante Sachen dabei, deswegen gehe ich da gerne hin. Diese Woche haben wir zum Beispiel den Haka gelernt. Es war ziemlich beeindruckend, denn ich habe ihn bis jetzt nur im Fernseher gesehen und noch nie live erlebt. Aber wenn man ihn selbst ausführt, wird dir wirklich bewusst wie intensiv und emotional der Tanz eigentlich ist. Ich war total überwältigt, ohne es zu wollen fließt auf einmal unglaublich viel Adrenalin durch die Adern und man ich fast schon bereit, sich mit irgendjemand zu kloppen. Grußelig!
Was ich gemacht habe, wenn ich nicht zum Internationalprogramm gegangen bin? Naja, da war ich am Strand, habe mir die Sonne auf den Bauch scheinen lassen und an meiner Bräune gearbeitet. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass es in Deutschland schneit, während ich im Meer herumtauche und mich mit Sonnencreme einschmiere. Ich bin unglaublich froh, hier zu sein und ein bisschen neuseeländischen Sommer erleben zu können. Heute war ich auch wieder mit Lotta, Jules, Grace, Mitch und Jade am Strand in Eastbourne, einem kleinen Ort im Westen vom Wellington Harbour. Im Sommer ist das der ultimative Treffpunkt, an dem jeder zu finden ist. Sollte man also jemanden suchen, merke, immer nach Eastbourne gehen. Als ich heute ins Wasser bin, habe ich auch zum ersten Mal in meinem ganzen Leben Seesterne gesehen und angefasst, es war unglaublich faszinierend. Hier gibt es wirklich Tausende! Ich hatte teilweise Angst sie zu zertreten oder zu zerquetschen, als ich von der Warft gesprungen bin. Die Warft ist ein langer Steg in Eastbourne und es ist erlaubt dort hinunterzuspringen. Natürlich habe ich es, todesmutig wie ich bin, gemacht (ach ich held!) und bin nicht gestorben. Thumbs up for me!
Diese Woche waren wir auch noch in Wellington an der Oriental Bay. Es war so warm, dass man es kaum aushalten konnte. Leider hatten wir aber keine Schwimmsachen dabei und sahsen nur so am Strand. Es war wirklich so heiß und die Sonne hat auf unsere armen Köpfchen geknallt. Da hatte Grace die tolle Idee mit Klamotten schwimmen zu gehen. Und da Kiwis überhaupt nicht zimperlich sind, ist sie sofort losgestürmt. Gesagt, getan. Ab ins Wasser. In voller Montur. Tolles Gefühl, kann ich euch sagen!
Looooove ♥
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