Dienstag, 5. November 2013

Lets talk about...

Hi Muffins ♥
bisschen melancholie schieben ;)

Ich habe jetzt schon länger nicht mehr gebloggt. Einfach nur weil mir die Zeit einfach fehlt. Meistens passiert einfach so viel, dass ich mir es nie merken könnte und das alles auch noch auf einmal, sodass ich dazwischen keine Zeit finde zu bloggen.
Die letzten zwei Wochen waren zudem auch noch super stressig, weil es die letzten Wochen Schule waren. Man versucht einfach nocheinmal alles zu genießen und möglichst viel Zeit mit all den neuen Menschen zu verbringen, bevor man sie bald wieder verlassen muss! Ich finde gerade echt keine Worte für die letzten Wochen. Es ist alles wie im Flug vergangen und nun stehe ich hier und habe noch knapp zwei Monate Neuseeland übrig. Warum fliegt meine Zeit so dahin? Bitte kann sie jemand anhalten?  Im Moment bin ich ziemlich nachdenklich und grüble viel über die fundamentalen Dinge des Lebens nach. Das kommt warscheinlich daher, dass ich erst hier in Neuseeland sehe, was wichtig ist im Leben und was unwichtig ist! Welche Verhaltensweisen einen Menschen im Leben weiterbringen und welche dich kaputt machen? Ich habe viele neue Dinge hier gelernt, die mich hoffentlich in meinem Leben weiterbringen und begleitet werden, denn dass ist doch, was eine solche Lebenserfahrung ausmacht. Dass man vielleicht auch einfach mal ins kalte Wasser springen muss, etwas Unangenehmes anpacken und erledigen muss, auch wenn es einem nicht in den Kram passt. Dass nichts für immer ist und die schönsten Momente tief in den Gedanken verankert werden müssen, um sie nicht zu verlieren. Dass man sich unglaublich in manchem Menschen täuschen kann und andere wiederrum einfach falsch einschätzt. Dass man niemals verschlossen sein sollte, sondern, auch wenn es schwer fällt, keine Vorurteile und Meinungen sich zu bilden, man einfach ohne Hintergedanken auf Menschen zugeht. Dass man manchmal erst im Nachhinein seine tiefsitzenden Fehler erkennt, Maken, Unvollkommenheiten, die vorher nicht zu sehen waren.. Und die am Ende leider nicht mehr änderbar sind und man mit ihnen leben muss! Dass man am Ende des Tages zurückblickt und weiß, man hätte es besser machen können. Dass es besser ist, einfach nichts zu erwarten und überrascht zu werden. Die Menschen erwarten einfach viel zu viel von ihrem Leben. Dass es die kleinen Dinge sind, die dich überglücklich und andererseits todtraurig machen können. Dass man in sich hineinhorchen muss um zu wissen was man wirklich will, mit welchen Menschen man befreundet sein will, wie man behandelt werden will und wie man andere behandelt. Dass man für jeden Tag an dem die Sonne scheint dankbar sein soll und für jeden Tag an dem es regnet ebenfalls, denn es könnte einer der besten Tage deines Lebens werden. Dass viel zu viele Menschen ihre Mitmenschen nach dem Äußeren beurteilen. Wer schön ist, erlangt automatisch mehr Ansehen. Dass Beliebtheit immer nur eine Frage der Perspektive ist und dass viele Freunde nicht automatisch beliebt heißt. Dass man manchmal garnicht weiß, wieviel einem ein Mensch bedeutet, bis er plötzlich nicht mehr erreichbar, nichtmehr da ist. Dass man den Menschen um dich herum jede Sekunde das Gefühl geben sollte, gewollt zu sein. Dass es auf einmal einen Moment geben wird, indem du nichtmehr weißt, wer du bist und wo du hingehörst, weil du irgendwie nirgendwo ganz hingehörst. Dass du dich somit versuchst zu ändern, zu etwas Besserem zu werden. Dass man manchmal Menschen vertrauen sollte und dass Vertrauen der Schlüssel zu jeder guten Freundschaft ist. Dass es vielleicht garkeinen Sinn des Lebens gibt, und wenn es ihn gibt, was dein Sinn des Lebens eigentlich ist. Was willst du erreichen? Bist du überhaupt schon soweit und was macht dein Ziel aus? Dass manche Menschen es einfach nicht wert sind auch nur einen Gedanken an sie zu verschwenden, weil sie nichts über dich wissen, und doch viel zu schnell urteilen. Dass man sich manchmal mit den kleinsten Dingen einen Ruf kreiren kann, den man lange nicht los wird. Dass es oft unglaublich schwer sein kann, über den eigenen Schatten zu springen und es, wenn man es geschafft hat, manchmal schon zu spät ist. Dass es ein Geschenk deiner Eltern war, dir diese unglaubliche Chance zu ermöglichen und du ihnen niemals genug dafür danken kannst. Dass manchmal die schönsten Dinge des Lebens nicht mit allem Geld der Welt zu bezahlen sind.
Was wirklich zählt im Leben ist doch die Einstellung zu den Dingen und Problemen in unserer Welt, durch die Einstellung zu einem Problem findet man automatisch die Lösung. Oder auch nicht! Je nachdem wie die Einstellung eben ist.
Das ist vieles was mich in letzter Zeit beschäftigt. Manchmal vergehen Stunden, in denen ich nur nachdenke und die Zeit im Nu verfliegt. Ich denke darüber nach, ob ich die gelernten Dinge auch wirklich gut genug umsetze, was andere über mich denken, warum ich gerade diese eine Eigenschaft nicht habe, obwohl ich sie mir so sehr wünsche oder dass ich mich einfach von Grund auf Neu erfinden sollte. Ja, darüber denke ich nach. Ich denke darüber nach, ob vielleicht etwas mit mir falsch sein könnte und ob meine Persönlichkeit wirklich so ist, wie ich sie gerne haben möchte. Und ich komme zu keinem Entschluss. Ich bin unentschlossen über mich selbst. Hier habe ich erst angefangen, über mich selbst wirklich nachzudenken. Vielleicht deswegen, weil ich vom einen auf den anderen Tag kein stabiles soziales Umfeld hatte, sondern nurnoch mich. Ich, in einem einzigen schwarzen Raum, der sich erst wieder mit Menschen, Bildern, Orten und Erinnerungen füllen muss. Und dann fängt man an nachzudenken!
In den letzten Wochen habe ich sowieso viele Erfahrungen mit verschiedenen Arten von Menschen gemacht, die ich in Deutschland einfach noch nicht hatte. Vielleicht ist Austausch auch neue Arten von Menschen kennenzulernen, neue Persönlichkeiten, die einem vorher noch nicht bekann waren. Leider waren die Erfahrungen eher negativ als positiv. Man kann eben nicht nur positive und nette Menschen kennenlernen, manchmal muss man auch an die blöde Sorte geraten. An sich noch nicht schlimm, nur ich habe noch nie Erfahrung mit solchen Menschen gemacht. Mir sind viele schlechte Persönlichkeiten in Deutschland begegnet, über die ich aber hinwegsehen konnte oder die ich einfach ignoriert habe, aber in Neuseeland ist das anders. Hier wird man dementsprechend hart mit den Persönlichkeiten konfrontiert, da man nicht so viele Menschen kennt und wenn man jemanden kennenlernt, brennt sich dieser umso mehr ins Gedächtnis. Als ich diese Menschen kennengelernt habe, wusste ich noch nicht, wie sie wirklich sind. Man hört Gerüchte oder vielleicht schnappt man den ein oder anderen Satz eines Bekannten auf, aber man möchte die Menschen an sich kennenlernen, denn man sollte sich nie von Gerüchten beeinflussen lassen. Alles schön und gut. Aber nachdem man die Menschen dann wirklich erlebt, war zumindest ich einfach nur schockiert von der Menschheit. Mir sind noch nie Leute untergekommen, die von Grund auf so verkorkst und schlecht sind.  Ich wusste nicht, dass es diese Art von Menschen auch gibt, zumindest hatte ich nie mit ihnen zu tun. Deswegen war ich auch so geschockt, weil ich einfach nicht damit umgehen konnte wie sie so gemein und dreist sein konnten. Aber ich glaube auch das muss man lernen, dass man nicht mit jedem klar kommen kann und nicht von jedem gemocht werden kann, auch wenn man es gerne möchte. Dass es nicht nur nette Menschen gibt, die dir Gutes wollen, sondern auch Menschen die es einfach nicht interessiert wie es dir geht, auch wenn du vielleicht mit ihnen den letzten Tag oder Abend verbracht hast. Denen du und deine Gefühle einfach total egal sind und die dich auch in jeder Situation im Regen stehen lassen würden, um ihre eigenen Ziele zu verfolgen. They just dont care. Die auch vielleicht garnicht merken, dass sie dich damit verletzten oder dich vielleicht gar absichtich verletzten, weil es ihnen Spaß macht und eine Art Befriedigung verschafft. Menschen die nur ihre Ziele verfolgen, ihren Spaß haben wollen und das am Besten noch auf Kosten von anderer. Mir sind nicht viele dieser Menschen untergekommen, nur in den letzten paar Tagen habe ich es einfach am eigenen Leib erfahren, dass es sie gibt. Rücksichtslosigkeit! Das ist vielleicht genau das richtige Wort. They just dont care at all! Es hört sich jetzt vielleicht einfach schlimmer an, als es in Wirklichkeit war. Aber ich war einfach traurig und schockiert, dass es manche Menschen gibt, die dich erst hochheben um dich dann noch tiefer fallen zu lassen, und das mit Absicht.
Mir ist nichts zugestoßen oder ähnliches, wie sich das hier vielleicht anhört. Aber das wollte ich einfach mal loswerden und mitteilen, dass ich Erfahrungen hier mache, die auch manchmal nicht ganz schön sind, aber zu meinem Weltverständnis beitragen. Hierzu auch noch eine kurze Sache. Ich war noch nie irgendwie richtig neu. Wir sind nie umgezogen und ich musste die Schule wechseln, noch Sonstiges. Daher kenne ich das Gefühl nicht, irgendwo neu zu sein. Mittlerweile kenne ich es natürlich, immerhin bin ich in Neuseeland einfach ins kalte Wasser gesprungen. Mit dem Gefühl neu zu sein, mischt sich auch noch die Angst nicht gemocht zu werden, wenn man einen schlechten ersten Eindruck macht, zum Beispiel. Was mir hier einfach aufgefallen ist.. Menschen urteilen so sehr nach dem Äußeren. Natürlich ist es von mir unfair, alle in einen Topf zu werfen, aber wenn jemand Neues in die Klasse kommt, dann wird zuallererst über das Äußerer geurteilt und wenn das Urteil gut ausfällt, dann lernt man vielleicht auch das Innere des Menschen kennen. Manchmal belassen es aber auch die Leute mit dem äußeren Erscheinungsbild und bilden sich darüber die Meinung. Zumindest war das hier meist so! Dazu ist mir dann noch aufgefallen, schöne Menschen haben es einfach leichter. Leichter überall aufgenommen zu werden, wenn sie den Menschen ein Lächeln schenken, leichter verstanden zu werden, wenn man Probleme hat. Vielleicht wisst ihr nicht, was ich mit schön meine, aber ich denke jeder weiß wovon ich spreche. Schöne Menschen haben es aber auch gleichzeitig schwerer, sie kann es härter treffen. Bei schönen Menschen ist die Gefahr größer, dass sie verletzt werden. Sie haben öfter die Chance neue Leute kennenzulernen. Dabei werden sie aber auf ihr Äußeres reduziert und viele machen sich nicht die Mühe, das Innerer zu erkunden. Wohingegen die Betroffenen sich meist den Leuten öffnen wollen. Man möchte eigentlich für das gemocht werden, was man ist, nicht für das, was man im Spiegel sieht. Da sich die Leute nicht die Mühe machen, die Betroffenen kennenzulernen, ist das Risiko diese zu verletzten, viel höher. Man kann sie viel tiefer fallen lassen. Mir ist das gestern aufgefallen und ich muss sagen, ich habe die Oberflächlichkeit wirklich satt. Nur weil jemand besonders gut aussieht, muss man nicht gleich den Charakter übergehen und am Ende den Menschen noch verletzten, aus Rücksichtslosigkeit. Niemand möchte nur das Äußerer reduziert werden. Warum machen sich die Menschen nicht die Mühe und suchen nach dem Inneren? Weil schöne Menschen einfacher zu haben sind und warum das Innere erkunden, wenn einem das Äußere völlig ausreicht? They dont care at all. Und hier schließt sich der Kreis. Ich hoffe, ihr wisst wovon ich rede! Manchmal müssen Erfahrungen einfach raus. Nur leider weiß ich im Moment nicht, wie ich es ausdrücken soll.

Das musste ich jetzt auch noch einfach mal loswerden. Dass ich hier nicht nur Spaß habe, durch die Gegen hüpfe und die ganze Zeit nur esse. Sondern, dass ich auch wirklich richtige Erfahrungen mache, mich selbst entdecke, für mich herausfinde, was gut und schlecht ist. Dass ich Menschen kennenlerne und dadurch auch meine Persönlichkeit mehr entwickeln kann, weil ich zum Beispiel weiß, dass ich eben nicht wie diese sein will. Und ich bin froh, dass ich die Erfahrunge mache, froh, dass ich nachdenken kann über mich und über andere. Denn das zeigt mir, dass ich mich entwickle und dass ich über mich hinauswachsen kann, wenn ich will!

Eure,
Lucie ♥

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